Jahreshauptversammlung 2017 am 07. April 2017

 

 

 

Am 07. April 2017 fand um 19.30 Uhr die diesjährige Jahres-hauptversammlung der NABU-Gruppe Roßbach im Vereinslokal „Zur Linde“ bei Schrader-Knobel, Untere Bachstraße 4 in Witzenhausen – Roßbach statt (Protokoll siehe unten).

 

 

 

Tagesordnung:

 

-  Eröffnung, Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

 

-  Wahl eines Vorstandsmitglieds (Schriftführer)

 

-  Bericht des Vorstandes

 

-  Entlastung des Vorstandes

 

-  Bericht der Kassenprüfer

 

-  Entlastung des Kassenwarts

 

-  Neuwahl des ausscheidenden Kassenprüfers

 

-  Neuwahl des gesamten Vorstandes (1. und 2. Vorsitzender,

 

   Schriftführer, 1. Kassenwart)

 

-  geplante Aktivitäten u. Arbeitseinsätze – u.a. Vereinsausflug,

 

   Aktion saubere Landschaft, Aufstellung Schwalbenhaus etc.

 

-  Verschiedenes

 

 

 

 

 

 

Protokoll der Mitgliederversammlung der Ortgruppe Roßbach am 13. März 2015

1.      Eröffnung: Vom Vorsitzenden wurde die Sitzung eröffnet und die ordnungsgemäße Einladung sowie die Beschlussfähigkeit festgestellt.

2.      Ehrung verstorbener Mitglieder: In einer Schweigeminute wurde der verstorbenen Mitglieder, insbesondere des einen Tag vor der Sitzung verstorbenen langjährigen Mitglieds Peter Hartmann gedacht.

3.      Bericht des Kassierers, Änderung der Tagesordnung: Auf Antrag eines Mitglieds wurde einstimmig beschlossen, die Tagesordnungspunkte 6-8 vorzuziehen. Der Kassenwart Heiko Benduhn erläuterte die Kassenlage, die zuvor von den Kassenprüfern Sombrowski und Sedlatschek geprüft und nicht beanstandet wurde. Im Zuge der Gesamtentlastung des Vorstands wurde auch der Kassenwart entlastet (nächster Punkt). Als neuer Kassenprüfer für den ausscheidenden Rüdiger Sombrowski wurde Ulrich Hartmann einstimmig gewählt.

4.    Bericht des Vorstandes

4.1   Nachdem es auf der Jahreshauptversammlung am 7. Februar 2014 nicht gelungen war, einen neuen Vorstand zu wählen, wurde in einer weiteren Mitgliederversammlung am 27. Juni 2014 ein neuer Vorstand gewählt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Rüdiger Braun und zum 2. Vorsitzenden Werner Haaß gewählt, Heiko Benduhn verbleibt wie bisher Kassenwart. Ein Schriftführer konnte mangels Bewerber nicht gewählt werden.

4.2   Zu den Aktivitäten des vergangenen Jahres wurde folgendes berichtet:

       a)     Die von Eckhard Holtzmann und Bruno Hoffmann betreuten Pflegemaßnahmen am Naturdenkmal Blocksberg wurden durch Beweidung und Gehölzrückschritt fortgeführt. Hierfür wurden Fördergelder von der Naturschutzbehörde an den Schäfer Schlauch und den Naturpark Meißner-Kaufunger Wald weitergereicht. Die Maßnahmen sind auch für dieses Jahr geplant.

       b)    Die Pflegemaßnahmen an den Teichen am Berkesbach konnten aufgrund der Witterungsverhält-nisse und den damit nicht festgefrorenem Untergrund noch nicht durchgeführt werden und sind für den kommenden Winter geplant.

       c)     Die vom NABU betreuten Nistkästen wurden von einigen Mitgliedern gesäubert und z.T. gesichert. Über die genauen Standorte soll Werner Haaß einen neuen Übersichtsplan anfertigen.

       d)    Auf Betreiben von Eckhard Holtzmann sollen die z.T. zusammenbrechenden alten Kirschbäume auf der vom NABU ehemals angepachteten Wiese in Oberroßbach als Totholzbiotop insbesondere für Insekten und Vögel auf der Fläche verbleiben. Das Holz soll hierzu von Eckhard Holtzmann und Klaus Raab geschnitten und auf der Fläche aufgeschichtet werden. Dies ist mit Hessenforst so abgesprochen.

4.3   Am 2. Februar 2015 fand eine Sitzung des Vorstandes und des erweiterten Vorstandes statt. Es wurde verabredet, diese Treffen regelmäßig ca. alle 6 Wochen durchzuführen, um laufende Arbeiten zu besprechen und zu koordinieren. Hierzu werden vom Vorsitzenden folgende Termine für das Jahr 2015 vorläufig benannt:

       04. Mai   /   15. Juni   /   27. Juli   /   07. September   /   26. Oktober   /   07. Dezember.

       Die Termine sind als Rahmen zu sehen und bei Absprache auch veränderbar. Hierrüber wird im Aushang des NABU beim Gasthaus Knobel frühzeitig informiert.

       Die Treffen finden um 19.30 Uhr im Gasthaus Knobel statt. Eingeladen hierzu sind auch interessierte Mitglieder außerhalb des Vorstandes.

4.4   Zur Mitgliederentwicklung berichtete der Vorsitzende, dass seit der letzten Mitgliederversammlung 4 Mitglieder ausgetreten und 2 Mitglieder verzogen sind, 1 Mitglied ist verstorben. Allerdings werden auch mehrere neue Mitglieder dem Verein beitreten. Aus Witzenhausen, Ellingerode und Roßbach konnten 10 erwachsene und 4 minderjährige zukünftige Mitglieder gewonnen werden, die zu einem Anstieg der Mitgliedszahl und einer deutlichen Verjüngung des Vereins beitragen werden. Erfreulich ist zudem, dass dabei auch Fachleute aus den Gebieten Schmetterlingskunde, Ornithologie, Streuobstanbau und Bienenzucht die Kompetenzen des Vereins ergänzen.

4.5   Die Errichtung von Windkraftanlagen wurde auf der letzten Vorstandsitzung am 2. Februar 2015 diskutiert. Heiko Benduhn wollte hierzu eine öffentliche Bekanntmachung formulieren, bei dem er die Rolle des NABU als Anwalt der betroffenen Tiere besonders betonen wollte. Der formulierte Text wurde im letzten Tagesordnungspunkt unter Verschiedenes vorgelesen und diskutiert.

       Entlastung des Vorstandes

       Nach dem Bericht wurde der Vorstand mit dem Kassenwart bei 3 Enthaltungen und keiner Gegenstimme entlastet.

5.    Satzungsänderung: Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde die Vereinssatzung einstimmig dahingehend geändert, dass die Einladung zur Mitgliederversammlung (§ 7 Satz 3 der Satzung) auch auf elektronischem Weg (z.B. E-Mail) erfolgen kann. Eine Veröffentlichung in der ortsüblichen Presse ist nicht mehr vorgeschrieben, soll aber beibehalten werden.

6.    Geplante Aktivitäten: Folgende Aktivitäten wurden für das laufende Jahr wurden verabredet:

a)    Teilnahme an der Aktion saubere Landschaft der Roßbacher Vereine am 21. März 2015.

b)    Für die weitere Pflege des Naturdenkmals Blocksberg werden Fördermittel für die Schafbeweidung und den Gehölzschnitt bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt. Eckhard Holtzmann und Bruno Hoffmann übernehmen die Betreuung sowie zusätzliche Mäharbeiten. Hajo Bittner, der die Mitgliedschaft im NABU Roßbach beantragt hat, wird die Trockenrasen als Schmetterlingsexperte untersuchen und darüber berichten.

c)    Die Teiche am Berksbach und im See sollen im Herbst und Winter unter Federführung von Rüdiger Sombrowski von Gehölz freigestellt werden. Hierzu haben weitere Mitglieder ihre Mitarbeit zugesagt. Geplant ist so eine gemeinsame Pflegeaktion mit Lagerfeuer. Hartmut Benduhn regte an, dass der Gehölzschnitt überwiegend in den Randbereichen als Lebensraum für Rotkehlchen und Zaunkönig aufgeschichtet und nicht verbrannt wird. Dem wurde zugestimmt.

d)    Die Errichtung eines Schwalbenhauses soll realisiert werden. Hierzu wurden vom Vorsitzenden Informationsmaterial und Baupläne, die vom Kreisvogelschutzbeauftragten Herrn Pröger aus Niederhone zur Verfügung gestellt wurden, ausgelegt. Rüdiger Sombrowski und Karl Heinz Sedlatschek wollen die Federführung übernehmen, Joachim Brandt kann eine eventuell notwendige statische Berechnung liefern. Hinsichtlich des Standortes ist der Platz oberhalb der Glascontainer in der Oberen Bachstraße angedacht, hierzu wird der Vorsitzende mit dem Ortsvorsteher und dem Bauamt Rücksprache nehmen.

e)    Geplant ist die Anlage von Blühstreifen in Roßbach. Hierzu wurden vom Vorsitzenden 5 mögliche Standorte vorgeschlagen. Angestrebt wird die Anleitung und Information durch einen ortsansässigen Fachmann, der auch die vorgeschlagenen Standorte bewerten soll. Weiterhin sind Absprachen mit der Stadt und dem Ortsbeirat erforderlich, um die sich der Vorsitzende kümmern wird. Angeregt wurde eine Einbeziehung von Acker- und Feldrainen, insbesondere sollten in der Gemarkung umgepflügte Ränder von Wegeparzellen erfasst werden.

f)     Werner Haaß bot an, eine Exkursion an die renaturierte Eder durchzuführen. Dies ist für den Herbst angedacht. Weiterhin sollte die Hinweistafel am Wilhelmshäuser Bach durch weitere Schilder ergänzt werden. Hierzu will Werner Haaß mit Interessierten Entwürfe erarbeiten. Interessierte können sich unter w.haass@bil-witzenhausen.de melden.

g)    Weiterhin bot Hajo Bittner eine Exkursion zur Beobachtung und Bestimmung von Libellen und Schmetterlingen an. Diese könnte im Sommer stattfinden.

7.    Verschiedenes: Zur Errichtung von Windkraftanlagen im Kaufunger Wald wurden überwiegend ablehnende Haltungen bekundet, es wurde aber auch darauf verwiesen, dass Alternativen wie Braunkohleabbau oder Uranabbau (Kernkraft) ungleich größere Umweltschäden verursachen. Hartmut Benduhn verlas eine Erklärung, die den ökologischen Wert des Standortes betont. Sie soll überarbeitet und als Grundlage für eine Erklärung dienen. Diese soll nach Sichtung der beim RP Kassel offengelegten Planunterlagen verfasst und veröffentlicht werden.

 

Roßbach, den 19. März 2015

 

 

Stellungnahme des erweiterten Vorstandes zur Windkraft im Kaufunger Wald zum vorläufigen Verfahrensstand

 

Der Vorstand der NABU Ortsgruppe Roßbach sowie deren erweiterter Vorstand hat sich am 22. September 2014 zu einem Meinungsaustausch hinsichtlich der Errichtung von 10 Windenergieanlagen im Kaufunger Wald getroffen. Dabei sollte eine gemeinsame Position zu dem geplanten Vorhaben unter Berücksichtigung der allgemeinen Position des Naturschutzbundes Deutschland zum Ausbau der Windkraft in Deutschland einerseits sowie der spezifischen Bedingungen des hier geplanten Standortes andererseits erarbeitet werden.

 

Die Notwendigkeit des Ausbaus regenerativer Energie vor dem Hintergrund einer dringend erforderlichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes (Stichwort Klimawandel) und eines ebenso erforderlichen Ausstiegs aus der Atomkraft ist unbestritten. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe begrenzt ist.

 

Die bisherigen Ergebnisse der so genannten Energiewende sind unbefriedigend, da sie die Strompreise für Endverbraucher deutlich erhöht, im Gegenzug die CO2-Emissionen jedoch noch nicht reduziert haben. Vielmehr gibt es Hinweise, dass im gegenwärtigen Stadium ein Anstieg der Braunkohle-Vertromung stattfindet und anderer regenerativ erzeugter Strom, etwa durch Wasserkraft in Österreich durch den an der Strombörse billigen deutschen Windstrom verdrängt wird. Fehlender Netzausbau und fehlende Speichermöglichkeiten für den unregelmäßig erzeugten Solar- und Windstrom bremsen die Wirksamkeit der Energiewende zusätzlich. Vor diesem Hintergrund erscheinen die weitergehenden Eingriffe in den Naturhaushalt durch den Aufbau immer neuer Windenergieanlagen für viele zumindest fragwürdig.

 

Aber welches sind die Alternativen?

 

Die Notwendigkeit des Ausbaus regenerativer Energie wird auch durch die derzeitigen und noch kommenden Schwierigkeiten weiterhin nicht bestritten. Die Erzeugung unseres Stroms im Norden (Windstrom an der Küste und im Meer) oder im Süden (Solarstrom auf großen Flächen) bedeutet auch für die dort ansässigen Bewohner höhere Belastungen. Der Abbau von Kohle verursacht ungleich höhere Umweltauswirkungen durch den Verlust ganzer Dörfer, großer Waldflächen und Absenkungen des Grundwassers.

 

Trotzdem ist nach Ansicht des NABU-Vorstandes nicht jeder Standort als Windkraftstandort geeignet, eine sachgerechte Abwägung unter Beachtung aller Umweltauswirkungen ist dringend erforderlich.

 

Gegen den Standort sprechen aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes gegenwärtig vor allem folgende Gründe:

 

§  Das Vorkommen sensibler Vogelarten wie z.B. Schwarzstorch und Rauhfußkauz, die durch den Anlagenbau und -betrieb langfristig vertrieben werden könnten.

§  Das Vorhandensein wertvoller Biotope wie Moorflächen und Quellgebiete, die ebenfalls endgültig zerstört werden.

§  Die erheblichen Eingriffe in den Wald sowie den Bodenhaushalt durch erhebliche Versiegelungen.

§  Die Beeinträchtigung des Tourismus in einer schon strukturschwachen Region. Die regionalen und überregionalen Wanderwege, die in Nähe oder Sichtweite der Anlagen vorbeiführen, werden entwertet, die Tourismusregion wird durch die massive Beeinträchtigung des Landschaftsbildes beeinträchtigt.

§  Das Landschaftsbild wird durch die massiven Anlagen erheblich und langfristig geschädigt, das Landschafts- und Heimatbild negativ verändert.

 

Gefordert wird seitens des NABU Roßbach daher, dass alle möglichen Auswirkungen auf den Naturhaushalt intensiv untersucht und öffentlich gemacht werden. Dies soll nach Aussage des Antragstellers in einem öffentlichen Verfahren erfolgen. Erst wenn alle Auswirkungen bekannt sind, kann eine Abwägung zwischen den zu erwartenden Auswirkungen durch die Windkraftanlagen und den Erfordernissen eines weiteren Ausbaus regenerativer Energien durch den NABU erfolgen.

 

Der Meinungsaustausch zum Thema Windkraft Kaufunger Wald ergab kein einheitliches Bild. Beim jetzigen Sachstand lehnt die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer die Errichtung der Anlagen ab, jedoch gab es auch Befürworter, unter dem Vorbehalt, dass es keine erheblichen naturschutzfachlichen Beeinträchtigungen gibt.

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